Nester - “Vielfalt der Wege”
Anders. Gleichwertig. Ganz.
Ein Garten. Zwei Welten.
Meine Schwester und ich - aus derselben Familie, mit denselben Wurzeln.
Und doch könnte unsere Art zu leben kaum unterschiedlicher sein.
Ihr Garten: klar strukturiert, kurzgeschnittener Rasen, akkurat gezogene Beete mit ausgewählten Pflanzen, die kaum Blätter verlieren und keine Überraschungen mitbringen. Schön, gepflegt - geplant bis ins Detail.
Mein Garten: Kiesflächen zwischen Stauden, Wildblumen, die sich selbst aussäen dürfen. Ich sammle Samen von einer wilden Wiese, um der Natur Raum zu geben, sich auf meine Weise zu entfalten.
Ein Ort, der wächst, wie er will. Ungezähmt. Antiautoritär. Lebendig. Wie mein Leben.
Sie liebt Struktur. Ich liebe Wandel.
Sie braucht keine Überraschung. Ich liebe die Wildheit und das Staunen.
Manchmal denke ich: Wir sind zwei Sprachen derselben Geschichte.
Und genau das zeigt mir: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Es gibt nur den eigenen.
Spur für Spur verschieden
Dieses Objekt erzählt von Individualität. Von der Kraft, sich selbst zu folgen.
Vier Nester auf einem einzigen Ast - aus der gleichen Wolle geformt, aber jedes auf seine eigene Weise geworden. Eines ist kompakt, mit krinkeliger Oberfläche aus eingelegtem Garn. Ein anderes leicht und unregelmäßig, durchzogen von Bambusfasern und sperrigen, ungezähmten, eingefilzten Pferdehaaren. Das dritte: wild, mit abstehenden Wolllocken und einem leuchtenden pinken Nestloch. Und eines - gegliedert in Felder, mit Teichmoos und einem Nestloch, das sich mit der Zeit verändert hat.
So wie unsere Lebenswege sich ändern, wachsen, ihre Richtung neu finden.